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Grundprinzipien zum Befüllen einer Bentodose/ Simone Lenzen

Veröffentlicht am 25.01.2019 12:00 | 0 Kommentare

Rezepte und Tipps

Als „BENTO“ wird in Japan die Darreichungsform von Essen in einem bestimmten dafür vorgesehen kastenförmigen

Behälter bezeichnet. In diesem werden mehrere Speisen getrennt voneinander aufbewahrt. Das Bento gibt es bereits seit dem 5. Jahrhundert in Japan. Zu Beginn handelte es sich um Bambusröhrchen, die sogar antiseptisch gewirkt haben sollen. Einige Zeit später nutzte man kleine Holzdosen für die Bentos, die teilweise nach dem Verspeisen sogar weggeworfen wurden. Seit dem 15. Jahrhundert wurden Bentos immer beliebter und wurden je nach Einsatzgebiet und Zweck der Reise mit unterschiedlichen Wegzehrungen gefüllt. Erfunden wurde das Bento angeblich von Oda Nobunaga (1584-1632), der die Mahlzeiten so benannte, die den Soldaten ausgehändigt wurden. Heute gibt es Bentos in Holz, Stahl, Bambus oder Kunststoffdosen. Das Bento ist eine Mahlzeit zum Mitnehmen, analog zur Brotdose, Stullendose oder Vesperdose. Bento-Dosen sind jedoch im inneren in mehreren Fächer aufgeteilt, in denen das Essen zueinander angeordnet wird. Da neben der Auswahl der Speisen und der Zubereitung auch das optische Arrangement und die Verpackung eine Rolle spielt, können Bentos wirklich tolle Gesamtkunstwerke sein. Ein Bento besteht traditionell aus den Hauptbestandteilen der japanischen Küche: Reis, Fisch und Fleisch sowie Beilagen aus verschiedenen Gemüsearten. Alle Speisen, die als Bento verpackt werden, können sowohl warm als auch kalt gegessen werden.

Es gibt zwei Grundprinzipien nach denen man ein/e Bento/LunchBox befüllen kann. Es gibt das „WASHUKU - PRINZIP“, sowie die „ 3:2:1 bzw. 4:2-REGEL“ nach der gearbeitet werden kann. Bei der 3:2:1 bzw. 4:2-Regel sind die Anteile der Zutaten in der Box gemeint, der größte Teil sind dabei die Kohlenhydrate, der zweite Teil das Eiweiß und der dritte Teil Obst und Gemüse. Die Grundprinzipien des Washuku sind etwas umfangreicher, sollen nachfolgend aber kurz erläutert.

 

Go Shiki( DIE FÜNF FARBEN)

Die fünf Farben des Bento! Dieser Gedanke stammt aus der Tradition des japanischen Zen-Buddhismus. Die Fünf Farben sollen für Harmonie in der Ästhetik bei der Zusammensetzung der Nährstoffe in der Nahrung sorgen. Ein Bento sollte im Idealfall fünf verschiedene Farben nach dem japanischen Verständnis enthalten: rot/orange, weiß, schwarz/braun/violette/ grün und gelb! Je mehr Farben, desto mehr Nährstoffe und Vitamine! Die Mahlzeit ist dadurch attraktiv, ansehnlich und wir essen sie gerne auf, was zudem zum Glücklich sein beiträgt!

 

Go Mi - ( DIE FÜNF GESCHMACKSRICHTUNGEN)

Die Aromenvielfalt des Essens versteht man unter Go Mi. Denn wenn man ein komplett süßes, saures oder scharfes Essen dabei hätte, würde man nach kurzer Zeit die Lust darauf verlieren. Sind jedoch viele Geschmacksrichtungen enthalten, so ergibt sich eine harmonische Mahlzeit und größter Genuss. Shiokarai (salzig); Suppai (sauer); Amai (süß); Nigai (bitter); Karai (scharf).

 

Go Ho - (DIE FÜNF ZUBEREITUNGSMETHODEN )

Neben Farbe und Geschmack sind auch die Zubereitungsmethoden ein wichtiger Bestandteil der japanischen Küche und

des Washuku-Prinzip. Ein Bento sollte daher nicht nur gekochte und rohe Zutaten enthalten, sondern ebenfalls etwas Gebratenes, Frittiertes oder Eingelegtes. Unterschiedliche Zubereitungsmethoden sorgen für unterschiedliche Texturen und so für ein abwechslungsreiches Mundgefühl! Es besteht die Auswahl zwischen folgenden Zubereitungsmethoden: Grillen (yaku); Simmern (niru); Dämpfen (musu); Frittieren (ageru); Kochen; Braten, Schmoren.

 

Go Kan - (DIE FÜNF SINNE )

Nicht nur der Geschmack sondern auch der Geruch, das Aussehen sowie das Geräusch beim Essen und die Textur des Gerichts beeinflusst unser Essverhalten. Bei Go Kan geht es um ein harmonisches Gesamtbild der Mahlzeit. Miru (Sehen); Kiku (Hören); Kaku (Riechen); Ajiwau (Schmecken); Fureru (Berühren).

 

Go Ho - (DIE FÜNF PERSPEKTIVEN )

Das letzte Prinzip von Washuku beschäftigt sich mit dem Gemütszustand, mit dem man das Gericht verzehren soll.

Dabei liegt der Hauptgesichtspunkt bei dem Respekt, den man der Person gegenüber erbringen soll, der das Gericht zubereitet hat. Ein Beispiel wäre hier: Dankbarkeit gegenüber den Personen zu zeigen, die das Essen angebaut und das Bento zubereitet haben. Mit anderen Worten: Plant nicht nur eure Bentos und LunchBoxen bewusst, sondern genießt sie auch bewusst und mit allen Sinnen!

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Natürlich müssen nicht alle Prinzipien komplett befolgt werden, sie sollen eher eine Anregung und Erinnerung sein, wie man eine gesunde Mahlzeit zubereitet und zu sich nimmt. Aber auch für typisch deutsche Brotdosen lassen sich diese Prinzipien recht einfach umsetzen. Wichtig ist allein die Zusammenstellung einer ausgewogenen Mahlzeit. Ich für meinen Teil packe meine LunchBoxen mit deutschen und europäischen Speisen, hin und wieder etwas japanisch oder amerikanisch angehaucht. Reis und Erdnussbutter sind aus meinen Boxen zum Beispiel nicht mehr wegzudenken. 

 

Für mich sind sie die gesündeste und haltbarste Alternative, um Essen für Unterwegs zu verpacken. Ich muss mir keine Gedanken um ungesunde Inhaltsstoffe im Plastik machen, kann die LunchBots ohne Probleme in die Spülmaschine stellen und auch wenn mal eine Dose zu Boden segelt, außer einem Kratzer und vielleicht einer kleinen Beule, überstehen sie diesen Sturz